422 Kilometer Kanal

Zum überwiegenden Teil sind die Kunden des Abwasserzweckverbandes Westliche Mulde (AZV) an das zentrale Abwassernetz angeschlossen. Nur ein geringer Prozentsatz im ländlichen Raum verfügt über Kleinkläranlagen oder abflusslose Sammelgruben auf dem eigenen Grundstück. Bei diesen dezentralen Anlagen ist der AZV ebenfalls in der Verantwortung, den Fäkalschlamm und das Fäkalwasser ordnungsgemäß zu entsorgen. Im Abwasserbeseitigungskonzept des AZV ist definiert, wie die Abwässer zu entsorgen sind und wo es dauerhaft dezentrale Lösungen geben wird.

Die Kanalisation im Verbandsgebiet umfasst rund 422 Kilometer. Hinzu kommen Ortsverbindungsleitungen von knapp 73 Kilometern. Das anfallende Abwasser wird fast ausschließlich im Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen behandelt. Außerdem gibt es in Muldenstein eine Kläranlage, die vom AZV betrieben wird.

Da das Verbandsgebiet relativ eben ist, muss das Abwasser über Pumpstationen abgeleitet werden. Es ist strukturell geprägt von der chemischen Industrie.

Übrigens, Abwasser ist genau genommen der Oberbegriff für jedes gebrauchte Wasser. Also auch für die Niederschläge, weil sie den Schmutz von Straßen, Fußwegen, Einfahrten, Dächern aufnehmen. Die Bezeichnung Schmutzwasser hingegen schließt Niederschläge nicht mit ein.